In dem Artikel, über meine Masterarbeit, kam in den Kommentaren ein kleiner Dialog über Räume mit einer anderen Bloggerin zustande, auf den ich mit diesem Beitrag nocheinmal antworten möchte. Es ist diesmal mehr eine Gedankensammlung, nichts fertig Durchdachtes. Aber vielleicht hat ja jemand auch noch ein paar Ideen, in welche Richtung man das Ganze weiter denken könnte… 🙂
Ich bin mal so frei und zitire aus den Kommentaren:
„Raum ist für mich der Ort, wo Formen existent werden. Aus dem Nichts entsteht etwas. Etwas abstrakt formuliert. Oder auch – Form ist Leere und Leere ist Form. Es ist das Unendliche, wo Formen bzw. alles was existieren darf, seinen Sinn erhält.“
Das ist ein, wie ich finde, wirklich wundervoller und kluger Gedanke! Er kommt meinem Gefühl von Raum ziemlich nahe. Aber lässt sich Raum ohne Zeit denken? Oder anders gefragt: Kann man den Sinn erfassen, der durch die Formen in der Leere entsteht ohne sich durch den Raum zu bewegen? Für mich gehört das beides zusammen. Und hier geht es dann doch plötzlich auch um Perspektiven…
Gedanke I
Für einen Perspektivwechsel muss ich mich bewegen. Psychologisch, Sozial, oder auch ganz konkret. Ich muss mich durch psychologische, soziale oder äh „räumliche“? Räume bewegen. Bewegung braucht Zeit. In jeder Hinsicht. Wie kann ich denn Sinn einer Form (egal welcher Art) wirklich erfassen, ohne verschiedene Perspektiven eingenommen zu haben.
Gedanke II
Raum scheint so existenziell zu sein, dass sich sowohl Philosophen, als auch Mathematiker, Physiker und Kunsthitoriker damit auseinander setzen. Und vermutlich noch mehr Menschen.
Wikipedia erklärt mir, dass René Descartes (1596-1659, ja genau, der Philosoph) das karthesische Koordinatesystem erfunden hat. Verrückt! Denn in der Kunst ist die Fluchtpunktperspektive schon von Filippo Brunelleschi (1377-1446) „erfunden“ worden. Das heißt, Künstler haben mit dem Raum gearbeitet, ohne dass er mathematisch verständlich beschrieben wurde! Denn letztendlich baut die Fluchtpunktperspektive ja doch irgendwie auf dem Koordinatensystem auf?
Und was ist eigentlich mit Albert Einsteins Relativitätstheorie oder Stephen Hawkings schwarzen Löchern?
Gedanke III
Ich schaue verwundert aus dem Fenster in die Nacht. Ich entdecke den großen Wagen, ein Sternbild, eine Form, die aus der Leere des Weltraums heraus entsteht. Aus dem Raum zwischen den Sternen. Ich bin erfüllt von Verwunderung. Darüber, dass wir in der Lage sind, aus dem chaotischen Kosmos die Bilder und Strukturen herauszusehen, die uns seit Jahrtausenden Halt und Kraft geben. Darüber, dass auf einer höheren Ebene alles irgendwie verwoben ist. Und über den (unendlichen?) Raum, der uns so viele Geheimnisse anbietet.
Noch mehr Ideen zum Raum? Ich freue mich über neue Inspirationen oder auch eine fachkundige Meinung! 🙂
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