• SZENE 1: Das Ende der Ranzburg Der Dielenboden unter mir bebt. In dem 16 m2 großen Raum mit Altbauraumhöhe wird die Hälfte von einer Liveband eingenommen. Die andere Hälfte besteht aus Zuschauern, die wild drauf los tanzen, Pogo und Headbanging eingeschlossen. Der Gitarist dreht am Regler – die Wände wackeln. Read more

  • Auf sich selber warten

    Musik zu diesem Beitrag auf Spotify oder Youtube. Ich sitze in meinem Fenster auf der Fensterbank. Vor mir der Jungle der Hinterhöfe. Ich liebe solche leicht erhöhten Postionen, ich habe gerne den Überblick, bin gerne schwerelos. Read more

  • Da steckt Arbeit drin

    In unserem Garten hat meine Mitbewohnerin Kräuter, Mangold, Zucchini und Tomaten angepflanzt. Bei den momentanen Temperaturen hängen schnell die Blätter, aber Mareike ist unermüdlich. „Den Pflanzen geht’s nicht gut!“ meint sie und steht schon an der Regentonne. Jeden Abend dreht sie die Runde und bewässert alle Pflanzen. Langsam werden die Tomaten rot. Sie sind unglaublich Read more

  • Es ist nicht nur der Geruch, feucht und staubig zugleich. Oder die Worte: Schlicker, lederhart, Schrühbrand. Es ist vor allem die Haptik, die rauen Brettchen, die sanft geschwungenen Hölzer, der kühle, glatte Ton. Meine Hände beginnen zu arbeiten. Schlagen. Kneten. Rollen. Kratzen. Schlickern. Meine Hände tun das einfach, fast schon ohne mich. Sie formen ein Read more

  • Mit 28 war ich das erste Mal alleine im Urlaub und vielleicht wird Siena auch deshalb immer besonders für mich sein. Während meines Praktikums in Rom wollte ich Italien entdecken und landete für ein verlängertes Wochenende in Siena. So richtig realisiert, dass ich alleine unterwegs bin, habe ich erst, als ich da war. Als da Read more

  • Ende September 2024 saß ich in Zagreb in einem Café und traf eine der schwersten Entscheidungen meines bisherigen Lebens. Entscheidung, die mich mit meiner größten Angst, der Angst vor Einsamkeit konfrontiert und meine Werte und gleichzeitig meine Werte, meine Überzeugungen, alles was mein Leben in den letzten Jahren zusammen gehalten hat, in Frage stellt: Ich Read more

  • Dein Haus

    Liebe Oma,heute sind neue Menschen in dein Haus eingezogen, eine neue Familie. In Opas Arbeitszimmer steht jetzt der Schreibtisch von deinem Enkel. Bücherregale gibt es fast genauso viele wie früher, aber ich bin mir sicher, dass die Tür öfter offen ist. Ich glaube, du hättest es gemocht, wie seine Frau räumt und baut, nicht still Read more

  • Ich bin angekommen. Hier. Jetzt. Nur ich. DAs Licht des späten Vormittags fällt durch die Fensterfront und durch eine der geöffneten Galstüren klingt die Stadt herein. Das ferne Rauschen des Verkehrs vermischt sich mit Vogelstimmen, dem Gong der Schule nebenan und Sirenen von Polizei und Krankenwagen. Das ungewaschene Geschirr in der Spühle, Krümmel auf dem Read more

  • Was bleibt von Lützerath?

    In der zweiten Januarwoche schwappt es in meinen Insta Feed. Lützerath. Ein Freund von mir postet viele Beiträge dazu. Er war selbst vor kurzem dort, kurz bevor die Polizei kam. Er sah einen Ort, der von Aktivist*innen zu neuem Leben erweckt worden war. Solidarisch, gemeinschaftlich, bunt. Über die sozialen Medien verfolge ich die Räumung. Erst Read more

  • … so beginnt der Schöpungsmythos der alten Griechen. Chaos, das ist eine wabernde Masse, ohne oben und unten, ohne hell und dunkel, alles gleichzeitig und nichts konkret. Aus dem Chaos formt sich Gaia, die Erde und Uranos, das alles umfassende Himmelszelt. Jetzt gibt es oben und unten. Und ein Dazwischen, einen Raum für Möglichkeiten. In Read more

  • lassen

    loslassen. einlassen. zurücklassen. dieses lassen geht mir nicht mehr aus dem kopf. ist es nicht seltsam, dass wir aktiv etwas nicht tun können? was passiert, wenn wir lassen? ich weiß es nicht und vielleicht ist es das. wenn wir lassen, dann tun wir etwas nicht. Wir handeln gegen unseren Impuls. wir lassen. Read more

  • An das unmögliche Glauben

    Manchmal frage ich mich: Wo ist eigentlich die Grenze zwischen dem, was ich mir vorstelle und dem was da ist? Die Welt ist voller Wunder. Und dabei denke ich noch nicht mal an die sieben Weltwunder oder die Wunder der Natur. Ich will hier auch keine Märchen erzählen, auch wenn es im Folgenden um Feen Read more

  • Vom Wünschen

    Als Kind hatte ich die krude Vorstellung, dass meine Wünsche nur dann wahrwerden, wenn ich sie mir gerade nicht wünsche. Seltsame Kinderlogik. Ich verbrachte Abende vor dem einschlafen mit Nicht-wüschen – also möglichst aktiv zu vergessen, was ich mir eigentlich wünschte und eine neutrale Haltung dazu anzunehmen. Leider weiß ich nicht mehr, wie gut das Read more