Ganz ehrlich: Heilbronn hatte ich wirklich nicht auf meiner Bucketlist. Aber mit Vollzeitjob und Familie werden Fernfreundschaften zunehmend schwieriger. Und so kam mit meiner Freundin aus München der Gedanke auf, wir könnten uns doch einfach in der Mitte treffen. Wir wollten Wellness Urlaub machen, die Stadt war uns egal. Und so landeten wir an einem Freitag Anfang März in Heilbronn.
Es war sonniger Frühlingstag, der Wellnessbereich erst ab 17:00 Uhr geöffnet und wir extrem unvorbereitet auf diese Stadt. Also führte uns der erste Weg in die Touristeninformation wo uns eine nette Beraterin mit ihrem Kugelschreiber einen Plan für’s Wochenende auf den Stadtplan kringelte. Die Empfehlungen diese Beitrags gehen also auf diese kompetente Schwäbin zurück. „Also des isch toll, des kann isch Ihnen nur empfähle!“
Restaurants und Cafés

VELO – ausgefallen vegan
Das die Dame uns in der Touristeninformation uns ausschließlich vegane Optionen und die feministische Stadtführung vorgeschlagen hat spricht für Ihre gute Menschenkenntnis 😉 Vom Velo waren wir in jedem Fall begeistert. ausgefallene Gerichte, gemütliche Atmosphäre, netter Service und einfach wirklich unglaublich lecker. Wir waren tatsächlich an beiden Abenden da und haben uns von der selbstgemachten Limonade über Tagessuppe, Hauptgerichte bis zum Nachtisch begeistert durchgefuttert.
Primafila – Handmade Eis
Die Schlange auf dem Gehweg war uns schon im vorbeigehen aufgefallen und als Abschluss der Reise gab’s dann auf dem Weg zum Bahnhof noch ein Eis. Es gibt relativ keine riesige Auswahl (vielleicht 10-12 Sorten) aber neben ein paar ausgefallener Sachen wie Limette-Basilikum viel gutes einfaches Fruchteis und auch die Klassiker wie Schoko, Vanille und Stracciatella werden nicht vernachlässigt.
Hoch hinaus in Stadt und Natur

Turmbesteigung – Hafenmarktturm
Irgendwo hoch und runtergucken ist immer ne gute Sache. In der Touristeninformation kann man Schlüssel ausleihen und dann selbstständig klettern. Wir haben uns für den Hafenmarktturm entschieden, der Mitten in der Innenstadt steht und könnten von dort bis zum Wartberg gucken. Beim nächsten Mal würden wir gerne noch den zweiten Turm, den Götzenturm ausprobieren, der direkt am Neckar steht und bestimmt einen tollen Blick auf den Fluss bietet.

Botanischer Obstgarten – Ruheort in der Halbhöhe
Mit dem Bus ging’s dann „raus auf’s Land“ 😉 Das Gelände des heutigen Obstgartens wurde um 1900 für eine „Knabenbeschäftigungsanstalt“ genutzt, also ein Jugendtreff für Arbeiterkinder, die in den Wirren der Industrialisierung drohten unterzugehen und dort mit Gartenarbeit beschäftigt wurden. Nach über einem Jahrhundert wird der Ort heute von einem Verein betrieben. Im Sommer gibt es Märkte und ein Hof Café aber auch in der ersten Frühlingssonne war das ein absolutes Highlight und wir haben die ruhige Stimmung dort für eine entspannte Pause in der Sonne genutzt.



Wartbergturm, Lichtkunst und Salamander
Und weil wir schon Mal unterwegs waren ging’s dann noch weiter rauf: Durch die Weinberge auf den „Hausberg“ was für mich als Flachländer:in immer etwas lustig klingt, so als wäre der Berg die Erweiterung des eigenen Gartens. Oben auf dem Wartberg jedenfalls gibt’s einen weiteren Turm zu besteigen oder von unten die Lichtkunst „Sonnenstrahl für Heilbronn“ von Jan Van Munster zu bewundern. Statt hoch kann man auch runter ins Tal auf die Stadt gucken oder die Salamander beobachten die in großer Anzahl über die warmen Steine huschen. Von dort startet auch der Weinwanderweg, den wir uns ebenfalls für’s nächste Mal aufgehoben haben.

Darf’s auch ein bisschen Kultur sein?
Zum Abschluss waren wir noch kurz in der Sonderausstellung der experimenta „A closer Look“ die drei künstlerische Perspektiven auf KI zeigte. Spannendes Thema, gut gemacht, aber läuft leider nur noch eine Woche. Beim nächsten Mal geht’s dann also vielleicht in die Hauptausstellung. Aber auch das Theater und das Arthouse Kino sind uns wärmstens empfohlen worden.
Fazit: Heilbronn bleibt spannend!
Wie es immer so ist: völlig unvorbereitet gestartet und mit weiteren Punkten auf der Bucketlist geht’s wieder nach Hause. Ich würde auf jeden Fall nochmal nach Heilbronn fahren, zum Beispiel um die Rooftop Bar im Parkhotel auszuprobieren. Und dieses Buch vorher gründlich lesen. Und in jedem Fall würde ich wieder einfach losfahren und mich überraschen lassen. Denn eigentlich hat doch jede Stadt irgendwas, das sich zu entdecken lohnt.
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